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Vorteil Sauerstoff – einfach besser Atmen

Hast Du dir schon mal wirklich Gedanken darüber gemacht, ob Du optimal atmest? Ich meine, kannst Du dir vorstellen, dass die Art und Weise wie Du atmest nicht optimal für dich ist? Dabei ist der Atem doch ein Reflex, also muss er doch automatisch richtig funktionieren… oder?

Wir machen uns über so viele Dinge Gedanken – was und wie viel wir essen, was wir trinken, wie viel Sport wir machen… aber was ist mit unserer Atmung? Schließlich ist das Atmen das erste was wir tun, wenn wir auf die Welt kommen und das letzte bevor wir sie wieder verlassen. Wir kommen Tage ohne Wasser aus, wenige Wochen ohne Essen aber nur ein paar Minuten (wenn es hochkommt) ohne Luft. 

Auch wenn keine Atem-Dysfunktion vorliegt, kann es durchaus Sinn machen und definitiv Vorteile bringen, seine Atmung genau zu beobachten und zu trainieren. Denn die Optimierung der eigenen Atmung wirkt sich positiv auf den Körper und den Geist/die Seele/die Psyche aus. 

Schon Mr. Miyagi aus den Filmklassikern „Karate Kid“ hat seinem Schüler dazu geraten richtig zu atmen: „Wenn Du fühlen, dass Leben geraten aus Fokus, immer zurückkehren zu Grundlage von Leben. Atem. Kein Atem, kein Leben.“

Vor ein paar Jahren bin ich auf die Wim Hof Methode (WHM) aufmerksam geworden und habe die empfohlenen Übungen direkt ausprobiert. Der sofortige Effekt hat mich nachhaltig beeindruckt und mich dazu gebracht das Thema zu vertiefen. Ich meine… nach der ersten Übungseinheit 2 Minuten lang recht entspannt die Luft anhalten zu können war schon sehr beeindruckend für mich.

Über einen befreundeten WHM Instructor bin ich dann auf Patrick McKeown und Oxygen Advantage aufmerksam gemacht geworden. Der Ansatz hier ist ein etwas anderer und der Grundgedanke besteht darin, eine funktionelle Atmung wiederherzustellen bzw. eine Umerziehung der eigenen Atmung durchzuführen. Das leuchtete mir sofort ein. Denn hier wird der Einsteig mit einem fundierten Verständnis über die Funktionsweisen der Atmung und des Körpers hergestellt. Auf diese Weise sieht man den Wald mit all seinen Bäumen wieder…

So atmen, wie es die Natur eigentlich vorgesehen hat bzw. wie es für uns besser funktioniert. 

Was ist der Unterschied zwischen einer Nasenatmung und einer Mundatmung? Atmen wir zu viel oder zu wenig und was ist ein optimales Atemvolumen

Als ich mich weiter mit der Oxygen Advantage Methode beschäftigte, habe ich gelernt, dass wir (zumindest die Menschen in der industrialisierten westlichen Welt) aufgrund der uns eigenen Lebensweise oft an chronischer Überatmung leiden, ohne es zu wissen. Wir atmen schnell, oft durch den Mund, flach und zu viel und sind dadurch die meiste Zeit im „Fight of Flight“ Modus. Entspannung ist so kaum möglich. Dabei ist es genau diese, die wir oft so nötig haben.

Wenn wir uns die meisten Meditationen oder Entspannungsübungen anschauen, fällt schnell auf, dass fast immer zuerst der Atem reguliert wird. Das hat auch seinen Sinn…

In vielen Teilen unserer Gesellschaft haben wir als Menschen unsere Umgebung und die Art und Weise wie wir leben so „drastisch“ geändert (wir sind sehr bequem geworden), dass wir eine gute funktionelle Atmung verlernt haben. Es ist ähnlich wie mit dem Sitzen – oft mit einem abgerundeten „eingefallenen“ Rücken – daran haben wir uns gewöhnt und aufrechtes Sitzen und Stehen fällt teils schwer, weil die zuständige Muskulatur verkürzt ist. Ähnlich verhält es sich auch mit der Atmung. Aus einer sitzenden oder nicht ausreichend aktiven Lebensweise, zu viel Stress, einer ungesunden Ernährung und zu wenig Bewegung an der frischen Luft resultieren schlechte Atemgewohnheiten. 

Besonders erstaunt hat mich, dass das moderne Leben dazu führt, dass wir ständig immer größere Mengen an Luft einatmen – 2 bis 3 Mal mehr Luft, als notwendig. Dabei ist es wichtig darauf zu achten, ob man durch den Mund atmet oder die Nase – sowohl im Wachzustand als auch im Schlaf

Wer größtenteils den Mund zum Atmen benutzt, der atmet oft zu schnell und zu flach, wobei der obere Teil der Atemwege benutzt wird – was übrigens häufig mit einem erhöhten Stresslevel in Verbindung steht und diesen auch auslösen kann. 14 – 15 Atemzüge pro Minute – zu viel! 5 -6 sollten reichen – im Ruhezustand. Das Ziel sollte in jedem Fall sein, den Großteil der Zeit durch die Nase und nicht durch den Mund zu atmen – auch und vielleicht gerade wenn man schläft. Um es mit den Worten von Patrick McKeown zu sagen: „der Mund ist zum Essen da, die Nase zum Atmen“. Es gibt schließlich viele gute Gründe warum wir eine Nase haben – um nur ein paar zu nennen:

  • Reinigung der eingeatmeten Luft von Bakterien und Viren
  • Produktion von Stickstoffmonoxid (NO) in den Nasennebenhöhlen
  • 50% mehr Widerstand und dadurch weniger Verlust von CO2 beim Ausatmen
  • hilft einen regelmäßigen und ruhigen Atemrhythmus durch die Nutzung des Zwerchfells sicherzustellen
 
Ein kurzes Wort zu CO2 – ein oftmals missverstandenes „Abfallgas“ …dabei ist der CO2 Spiegel der primäre Auslöser für unseren Atemreflex.
Der Sauerstoff, den wir einatmen kann vom Blut nur in Organe, Zellen und Muskeln überführt werden, wenn in der Umgebung des Sauerstoffs (im Blut) genug CO2 vorhanden ist. Wenn wir also schneller und mehr einatmen, atmen wir auch schneller und mehr aus – somit sinkt der CO2 Spiegel und der Sauerstoff in unserem Blut kann nicht mehr so effizient dahin gelangen, wo er eigentlich hin soll (Bohr Effekt). Schon mal hyperventiliert und dann ein Gefühl von Schwindel gehabt? – Zu wenig Sauerstoff kommt im Gehirn an, obwohl ausreichend im Blut vorhanden ist – aber zu wenig CO2. Übrigens besteht die Sauerstoffsättigung im Normalfall bei ca. 95-99% – auch wenn wir weniger und ruhiger durch die Nase atmen. Außerdem ist CO2 in unserem Körper für die Regulierung des pH Wertes im Blut zuständig. Ganz zu schweigen davon, dass ein guter CO2 Gehalt im Blut auch die Gefäße erweitert und die Durchblutung fördert. Zu wenig CO2 kann zu Gefäßverengungen beitragen. 
 

Das Ziel der funktionellen Atmung – Sanft, tief und langsam atmen, durch die Nase mit dem Zwerchfell.

Und wie geht das? Anbei eine Übersicht über die Übungsbausteine und Vorteile der Oxygen Advantage Methode über die ich hier in zukünftigen Posts weiter informieren werde. 

Die für mich wichtigsten Vorteile einer verbesserten (funktionellen) Atmung sind sowohl im Alltag als auch beim sportlichen (und geistigen) Training spürbar:

  • Verbesserung der Schlafqualität (oh man, das hat so viele weitere Vorteile)
  • verbesserte CO2 Toleranz (deutlich spürbar beim Sport)
  • verbesserte Regeneration (Stress und Sport)
  • die Fähigkeit sich besser zu konzentrieren und zu fokussieren
  • die Fähigkeit sich besser und schneller zu entspannen

Das Schöne ist – es gibt noch so viel mehr zu einer gut funktionierenden Atmung zu berichten, dass ich mich schon auf die nächsten Blog Artikel freue… ihr euch auch?